Logo

Markus Rajai Hammori

Hauptmenü

Seitenmenü

AlpenX 2013

Die Herausforderungen eines AlpenX ändern sich über die Jahre. Inzwischen liegt die Kunst darin trotz Grippeanfall beim Planungstreffen, schlechtem Trainingsstand, Fehlplanungen bei der Urlaubsbeantragung, Nachwuchsplanung oder Nachwuchs mit Fieber bzw. Durchfall überhaupt loszukommen. Gegen jede Wahrscheinlichkeit und zu unserer großen Freude hat es dann aber doch geklappt und so machten wir uns auf zur vierten Alpenüberquerung, diesmal mit dem neuen Ziel Comer See.

Die Statistik:
330,14 km, 8789 hm in 6 Tagen
0,5 Stürze
3 Platten
2 Sätze Bremsbeläge
1 paar Schuhe
...und eine landschaftlich unglaublich schöne Tour

AlpenX2013_Karte AlpenX2013_Hoehenprofil

Tag 1: Von St. Anton nach Ischgl
42,99 km, 1026 hm in 3,23 Stunden

Da wir den Startort von 2009 schon kennen sind wir diesmal so schlau oben zu parken und uns die ersten 100 Höhenmeter durch den Ort zu sparen. Ein kleiner Trost dafür, dass wir bei der Anreise den von Matze groß angekündigten Rasthof mit „dem weltbesten Kaffee und der weltbesten Toilette“ verpasst hatten. Bei unerwartet schönem Wetter rollen wir also wieder durch das Verwall Tal in Richtung Heilbronner Hütte. Zumindest auf diesem Streckenabschnitt schleicht sich aufgrund bekannter Strecke tatsächlich so etwas wie Routine ein. Trotzdem halten wir natürlich an liebgewonnen Traditionen fest wie „die Suche nach Matzes Tacho“ oder dem ersten Verfahren knapp außer Sichtweite der Autos. Auf der Heidelberger Hütte dann wieder höchste Effizienz: die Bedienung erkennt den Wunsch nach 4x Spaghetti & 4x Radler quasi schon an unserem Anblick. Kein Wunder, dass wir dann auch schon um 15:00 Uhr in Ischgl einrollen. Schadet auch nicht, denn entgegen unserer Vermutung haben wir für Ischgl keine Hotel Buchung. Im Sommer zum Glück ein lösbares Problem, und so landen wir in einem recht netten Hotel mit gutem Restaurant aber leider recht bescheidenen Musikgeschmack. Schlager zum Schnitzel…naja.



Tag 2: Von Ischgl zur Heidelberger Hütte
28,44 km, 1846 hm in 3,43 Stunden

Der Tag beginnt nicht gerade harmonisch, mit der Mitteilung der Wirtin an Herrn Schulz, dass sie für die Jause nicht zuständig ist. Wobei die Semmeln die sich Jochen am Frühstück mit allen Extras belegt hatte in manchen Ländern wohl als Festmahl für die Familie gelten würde und die Jause Regel somit eigentlich nicht greift (die halbe Rest-Semmel die ich mir noch eingepackt hatte blieb zum Glück unbemerkt).
So schlechtes Karma wird natürlich gleich bestraft und so ereilt uns die erste Wegsperrung der Tour. Diesmal um sicherzugehen gleich mal der halbe Berg. Nach Karten-Studium kommen wir zu der Erkenntnis, dass es theoretisch einen anderen Weg gibt (natürlich direkt hinter unserem Hotel und somit am anderen Ende des Dorfes). Aufgrund des schlechten Wetterberichtes entscheiden wir uns aber dafür die Gondel bis zur Mittelstation zu nehmen. Die Anmerkung des Gondeliers, dass man das auch locker in einer halben Stunde rauffahren kann stellt sich bei der Betrachtung aus der Gondel als glatte Lüge heraus, ist uns aber auch wurscht. Die Auffahrt von der Mittelstation bis zur Idalpe hat mit 16-22 % Steigung noch genug sportlichen Anreiz zu bieten. Und so genießen wir dann in der Idalpe auch erstmal die Aussicht und stärken uns mit einer Frittatensuppe.
Danach wird's wirklich zäh. Die Auffahrt zum Idjoch läuft auf Schotter bei Steigungen die immer an der Schmerzgrenze und auch gerne mal darüber liegen. Ich bin ja immer der Meinung, das Schieben in so einem Fall noch anstrengender ist als Fahren, und schaffe es tatsächlich als einziger mich bis oben durchzuquälen. Die Kraft fehlt mir dann aber später auch bei den letzten Metern zur Heidelberger Hütte. Aber vorher liegen noch einige tolle Abfahrten vor uns, teilweise sogar auf extra für Moutainbiker angelegten Wegen wie zum Beispiel dem Salaaser Trail. Voller Elan segeln wir in den Trail, mit dem Resultat, dass ich mir gleich mal einen Platten fange. Und wie es so ist fängt es genau in diesem Moment an zu regnen bzw. graupeln. Da freut man sich doch. Abgesehen vom eingeschränkten Spaß bei Reifenwechsel wird so auch das Fahren deutlich schwieriger. Eine Tatsache die ein Paar, dass uns während dem Reifenwechsel überholt hatte kurz darauf zu spüren bekommt, als die Frau abschmiert und gute 1,5 Meter hangabwärts stürzt. Hilfe war nicht gewünscht also rauschen wir weiter bis wir auf die uns schon bekannte Anfahrt zur Heidelberger Hütte stoßen, und eine kurze Pause einlegen. Dabei stellen wir fest, dass sich bei Schulzi der Schnellspanner am Hinterrad gelöst hat. Wirklich Glück, dass da nix passiert ist. Die restlichen Meter kennen wir dann wieder, was nichts daran ändert, dass es sich erbärmlich hinzieht, und ich jedem gefahrenen Höhenmeter zum Idjoch bereue.
Aufgrund der Abkürzung sind wir so früh wie noch nie bei einer Hüttenübernachtung am Ziel. Auf der positiven Seite bringt uns das genug Zeit entspannt zu duschen, Kaffe zu trinken, Berichte von ankommenden Radlern über dichte Graupelschauer und starken Regen auf der Strecke anzuhören (abkürzen=gute Entscheidung), Bier zu tringen, zu Essen und noch mehr Bier zu trinken. Auf der anderen Seite kommt bei sowas eben auch eine Rechnung von 72€ pro Person zusammen.



Tag 3: Von der Heidelberger Hütte nach Zernez
59 km, 954 hm in 4,23 Stunden

Zu Jochens großer Freude gibt es auf der Heidelberger Hütte neben einem super Frühstück auch die Möglichkeit legal eine Brotzeit einzupacken. Da schiebt sich doch das bisl Berg bis zum Fimberpass fast wie von selbst. Vor allem wenn man zwar etwas Schnee aber auch eindeutig die Aussicht auf einen sonnigen Tag hat. Voller Elan geht es auch in die traumhafte Abfahrt. Und diesmal ist wirklich alles fahrbar, für Matze sogar mal wieder mit gelockter Gabel. Unten angekommen geht es über zwei wackelige Hängebrücken (maximal 5 Personen gleichzeitig) in das Val Sinestra. So lernen wir auch, dass "nit schommelen" auf Holländisch "nicht schaukeln" bedeutet. Vom Val Sinestra geht es weiter in das Engadin, und spätestens hier merken wir, dass wir inzwischen in der Schweiz angekommen sind (was im übrigen schon im Vorfeld der einzige Wehrmutstropfen an der Tour war). Im doch arg Genpool reduzierten Ftan werden wir also erst von einem Bauern rangewunken seinen Viehtrieb zu überholen um dann wüst beschimpft zu werden als ihm die Kühe durchgehen. Das überstanden werden wir von einem Bauarbeiter beschimpft als wir an seiner frisch geschotterten Straße seitlich vorbei(!) gehen wollen. Wie weit ist es noch nach Italien? Immerhin unsere Übernachtung im wirklich schönen Hotel Alba Crush samt angeschlossener Pizzeria versöhnt uns wieder einigermaßen. Wenn nur Jochen K. und Matze nicht darauf bestanden hätten das wir je zwei der wirklich großen Pizzen essen...so gabs halt Magenschmerzen statt Entspannung. Abschließend sei hier auch offiziell festgehalten, dass der Trail für den Jochen Schulz seine Sattelstützte absenkt erst noch erfunden werden muss.



Tag 4: Von Zernez nach Tiefencastel
58 km, 1777 hm in 5,21 Stunden

Der nächste Tag startet mit Fahrradwartung und einer zunächst unspektakulären Aufahrt auf Schotter. Dann allerdings kommen Wiesenwege Chaschauna nur in noch schönerer Landschaft, und komplett fahrbar. Naja bis auf die letzten Paar Kilometer zur Keschhütte, da ist dann doch wieder Schieben angesagt. Die Keschhütte ist ein echtes Schmuckstück und wurde erst im Jahr 2000 gebaut. Zu unserer großen Freude, denn zum einen ist es beider Ankufnt saukalt und schneit leicht, zum anderen regiert schon länger der Hunger das Denken.
Das Auswahl an Gerichten in der Hütte ist zwar eingeschränkt, aber wen stört das, wenn es das Weltbeste Rösti gibt. Auf die aus der Küche gebrüllte nachfrage ob hoffentlich keine Vegetarier dabei sind (weil der Speck schon in der Pfanne war) gibt es von uns nur Gelächter. Als das Essen dann noch mit dem Kommentar serviert wird, das es aus Versehen eine XXL Protion geworden ist bereuen wir endgültig, dass wir hier nicht übernachten.
Doch auch die schönste Pause geht mal zu Ende und so müssen wir uns erstmal mit Matzes nicht mehr funktionsfähiger Bremse auseinander setzen. Zum Glück stellt sich nach einem Bremsbelagswechsel und schier endlosem Pumpen zumindest teilweise Fahrbereitschaft ein. Darußen herrschen derweil Temperaturen um den Gefrierpunkt und Regen bis Schnee. Dementsprechend ziehen alle erstmal alles an Regenklamotten und wärmenden Schichten an was sie so dabei haben. Im Fall von Jochen K. ist das schnell erledigt, da er seit dem zweiten AlpenX diese Ausrüstung für überbewertet hält und sich das Gewicht konsequent spart. Die nun folgende Abfahrt führt allerdings zu einem zumindest temporären umdenken, und so versuchen wir quasi im freien Fall möglichst schnell vom Berg runterzukommen, da jeder abgefahrenen Höhenmeter auch weniger tiefgefrorenen Klink bedeutet. Bei dem hohen Tempo kommt es auch zu ersten halben Sturz. Halb, weil Jochen Schulz sich vorm Einschlag noch abstützten kann, sich dabei aber das Kettenblatt in den Knöchel versenkt. Unter Strich sind alle froh als wir schlußendlich an unserem Hotel ankommen. Naja, vielleicht mit Ausnahme der Hotelbesitzer, denn sauber sind wir nicht gerade bei der Ankunft.
Nach ausgiebigem Duschen zum Aufwärmen machen wir uns für das am Abend stattfindende Länderspiel gegen die Faröer Inseln auf die Such nach Bier. Dabei werden wir von einem Regenschauer überrascht und stranden in einer Bäckerei. Es gibt natürlich schlimmeres, aber von der Heidelberger Hütte wissen wir, dass so ein Nachmittag ganz schön ins Geld gehen kann. Daher entscheiden wir uns nach 12 Stück Gebäck und 6 Kaffee für einen Sprint durch den Regen. Helden des Tages sind Matze und Schulz die anschließend nochmal in Flipflops zur Tankstelle losziehen und mit dem gekauften Bier den Fußballabend retten.



Tag 5: Von Tiefencastel nach Vicosoprano
56,54 km, 2094 hm in 5,27 Stunden

Spießrutenlauf. Anders kann man das Gedränge am Frühstücksbüffet zwischen den gefühlt 100 Rentnern nicht nennen. Kulinarisch nach dem mauen Abendessen am Vortag der Tiefpunkt der Tour. Das recht sich natürlich direkt, da bis zum Mittagessen 1500 hm anstehen. Da wünscht man sich, man hätte eine staubige Semmel mehr ergattert. Naja was solls, irgendwie haben wir es dann doch nach Bivio geschafft und bekommen eine leckere Portion Nudeln als Entschädigung. Der Plan mit einem kurzen Einkauf im Dorfladen für den Nachmittag vorzusorgen schlägt dann leider fehl. Wir haben einfache kein Glück mit den Öffnungszeiten (siehe AlpenX 1 und 3). Muss der Septimerpass eben mit den restlichen Vorräten bezwungen werden. Die folgende Abfahrt ist recht Ruppig und wird nur von Meister Klink komplett bewältigt. Matze und ich spenden Applaus und flicken die Platten die wir uns eingefangen haben....ich glaub ein neues Rad auf das sich auch 2,4er Reifen aufziehen kann. Beim Einrollen in unseren Zielort Vicosoprano steuern wir als erstes den Dorfladen an und treffen das "dreckige Dutzend". Eine andere AlpenX Gruppe mit deutlich mehr Mitgliedern, und was viel schlimmer ist dem gesammten Biervorrat des Ladens in ihren Händen. Da kann trotz grundsätzlich sympathischen Auftreten der anderen die Lage schonmal eskalieren. Bevor es so weit kommt findet die Ladenbesitzern zum Glück noch einen Vorrat vom guten Feldschlösschen Bier und so können alle ihrer Wege ziehe. Die andere Gruppe fährt noch nach Italien weiter, wir bleiben in Vicosoprano. Welch ein Fehler! Abgesehen vom eh schon hohen Preis für winzige Zimmer verlangt der Wirt nochmal 5€ pro Rad damit wir sie in seinen wackligen Schuppen stellen können. Das hatten wir so auch noch nicht. Die Begründung, dass er das nur macht um die Provision die er an Booking.com abdrücken muss reinzuholen hilft da auch nicht recht weiter. Man kann dem Wirt nur wünschen, das Jochen Klink auf keiner seiner zukünftigen Reisen durch das Dorf kommt, oder zumindest kein Feuerzeug dabei hat.



Tag 6: Von Vicosoprano nach Colico
85,17 km, 1092 hm in 5,19 Stunden

Wenn man weg will steht man auch gerne früh auf, erst recht wenn man 85 km vor sich hat. Leider gehört auch ein frühes Frühstück nicht zu den Vorzügen unseres Hotels (verflucht sollst du sein booking.com) und so können wir schon froh sein, dass wir halb acht raushandeln können. Nachdem wir unsere Fahrräder aus dem Schuppen befreit haben gibt es dann nur ein Ziel: raus aus der Schweiz. Wir passieren die Grenze nach kann einer Stunde und wünschen uns wir hätten schon einen tag früher "rübergemacht". Es folgt Höhenmeter vernichten und Kilometer schrubben bis wir uns in Sichtweite des Comer Sees nochmal der Schmidschen Fragestellung (Warum fahr ich hier rauf nur um gleich wieder runterzufahren) in ihrer bisher stärksten Ausprägung stellen. Als letztes Highlight der Tour hat Meister Stanziu den Traccioloni in Petto. 900 Höhenmeter Auffahrt die man danach wieder auf er gleichen Strecke runterfährt. Warum macht man sowas? Weil zwischen auf und Abfahrt ein wirklich unglaublich schönes Stück Fahrradstrecke liegt. Entlang einer stillgelegten Bahnstrecke mit stetigem Blick auf den Comer See. Dunkle Tunnels fürs Abenteuer Feeling. Das alles bei bestem Wetter....da fehlem einen die Worte. Und es geht gerade so weiter. Einrollen in Colico bei strahlendem Sonnenschein. Abhängen am und im See. Eisessen. Hervorragendes Abendessen an der Strandpromenade. Ich glaube fast das war nicht das letzte Mal, dass wir den Comer See als Ziel auswählen. Schade nur, dass die Tour dieses Jahr mit sechs Tage so kurz war und aufgrund der vielen Eindrücke so schnell rum ging...Kann es kaum erwarten bis es wieder losgeht :-)



Hier noch die direkten Links zu den Flickr Fotoalben und dem Youtube Video falls die eingebetteten Fenster bei euch nicht funktionieren.

Vischgau 2012

Video: www.hammori.de/filme/Vinschgau.wmv

Wie allgemein bekannt ist, ist das Leben nicht gerecht. Aktuellstes Beispiel: Klinks Rücken. Dem haben wir es zu verdanken, dass obwohl der Vorschlag ins Vinschgau zu fahren von ihm kam, wir letzten Endes doch ohne ihn anreisen mussten. Daher nun erstmal die Kurzfassung für Jochen: war scheisse. Miese Strecken, bescheidenes Wetter und unansehnliche Landschaft. Fast wären wir sogar schon bei der Anfahrt zur Pension Elisabeth gescheitert nachdem uns unser Navigation von Latsch nach Tarsch auf einem Feldweg geschickt hat und Wirkens durch einen Torbogen quetschen mussten der exakt so breit war wie unsere Autos (vielleicht sogar ein bisl weniger).

Im Detail haben wir am ersten Tag nach einigem Zögern (speziell bei Matze "50 Trainingskilometer" Staudenmeyer) mit der Holy Morter Tour begonnen. Erste Hälfte: Auffahrt zum Morter Leger. Zäh. Um genau zu sein so zäh, dass Matze schon mit einem "Unterzuckerschock" gerechnet hat. Einziger Lichtschimmer am Horizont war die geplante Einkehr im Hasl Hof auf halber Strecke. Damit es nicht zu einfach wird beschloss Matze kurz vor dem Ziel seine Kette so dermaßen zwischen Rahmen und kleinem Kettenblatt einzuklemmen, dass uns nichts anderes übrig blieb als die Kurbel abzuziehen...und das ganze dann gleich zweimal kurz nacheinander. Naja so bleibt man in Übung. Am Hasl Hof angekommen gab es dann die ersehnte Große Portion Spaghetti...wenn auch optisch nicht ganz so präsentiert wie man sich das wünschen könnte. Danach dann endlich auf zum sagenumwobenen Flow Trail Holy Hansen. und was soll ich sagen....einfach legendär. Schlicht einer der besten Trails die ich jemals gefahren bin. Da quält man sich doch gerne etwas. Den Rückweg überbrückte sich Schulzi dann kulinarisch mit leckeren Äpfeln...nur noch eine Frage der Zeit bis Italien auch finanzielle Probleme bekommt wenn ständig irgendwelche Deutschen die halbe Ernte wegfressen. Den Abend gestalteten wir dann nach einem Tip unserer Wirtin im Knofelkeller. Wobei wir fast nicht hingefunden hätten weil Jochen lieber der hübschen Tochter der Wirtin schöne Augen gemacht hat statt sich die Wegbeschreibung zu merken. Naja vergeben und vergessen, speziell nachdem wir am Stammtisch Platz nehmen durften und auch gebührend schnell bedient wurden. Dann noch ein AC/DC Bier und Filmchen von Matzes Steinzeithandy zum Einschlafen...Herz was willst du mehr? Ach ja die Bilanz des Tages waren dann beachtliche 36 km 1475 hm in 3 Stunden 55 Minuten

Da der für den zweiten Tag geplante "Matzes Zugtrail" (heißt wirklich so kein Spaß) leider eine Oneway Strecke ist war erstmal shutteln angesagt. Nach Start in TBD ging es dann relativ schnell los mit wirklich schönen Trails der Höhenlinie entlang. Kein Ende in Sicht! Und so surften wir bis zum Mittagessen bei über 20 Grad auf trockenen Trails dahin. Beim Mittagessen wieder die alte Gewissensfrage: was leichtes oder deftig. Einstimmige Entscheidung (mal wieder)für deftig, in diesem Fall eine Wagenrad große Pizza. Die Kalorien wollen natürlich erstmal wieder abtrainiert werden, und so legte sich Matze direkt nach der Mittagspause zum einrollen erstmal mit drei E-Bikes an....Mann die Dinger sind wirklich eine Krankheit. Dank Matzes "freundlicher" Ermutigung quälten wir uns aber schließlich bei 25 km/h an den nicht wirklich fitten E-Bikern vorbei. Um wieder auf Höhe zu kommen ging es dann auf der Strecke eine Rodelbahn erstmal schön steil wieder nach oben. Kaum wieder auf den Trails angekommen zeigte sich ein bemerkenswerter Effekt: sowohl die Kondition als auch die Fahrtechnik von Matze verbesserte sich quasi mit jedem Kilometer (Doping?). Nicht nur, dass er wirklich einige knifflige Stellen gefahren ist, nein kurz vor Schluß schlug er dann tatsächlich auch noch vor statt der entspannten "Ebenen Schulz Apfelbaum Strecke" doch lieber die "Matzes dickes Ende" Route zu nehmen. Schieben. Tragen. Schieben. Zum Glück sind Jochen und ich ja nicht die Typen die sich über solche Schikane beschweren würden. Trotzdem war es glaube ich gut für Matze, dass sich die Plagerei am Schluss tatsächlich in Form eines super letzten Trailstücks und eine Abfahrt direkt in den Ort bezahlt machte. So konnten wir beim (in Bestzeit servierten) Abschlussbier im Knoflkeller versöhnlich auf einen super Tag mit immerhin 1238 hm und 43,33 km zurückblicken.

Da Schulzi am Sonntag leider im Zelt seiner Firma beim Ulmer Marathon Dienst hatte fuhr er Samstag nach Abendessen im inzwischen wirklich liebgewonnenen Knofelkeller noch in der Nacht wieder Richtung Ulm. Harter Hund. Aber wahrscheinlich ist das Karmas Strafe für jemandem der Freunde und Verwandte für das Firmenlaufteam rekrutiert und dann selber nicht antritt ;-)

So blieben nur noch Matze und ich für eine letzte kleine Ründe übrig. Neben nochmals wirklich traumhaften Trails und bestem Wetter war diesmal eigentlich nur unser Parkplatz bemerkenswert. Wir parkten in der Früh auf einer leere Wiese neben einem Fußballplatz und dürften uns nach der Tour auf einem stark frequentierten Parkplatz umziehen...wenn da mal nicht einige interessierte Blicke dabei waren ;-) Es spielte übrigens Dunkelrot gegen Hellrot?! Naja irgendwie gehört das Vinschgau halt doch noch zu Österreich.



Hier noch der direkte Link zu dem Flickr Fotoalbum falls das eingebettete Fenster bei euch nicht funktioniert.

Schwazwaldcross 2011

Also mal wieder eine Männer-Radtour. Vielleicht nicht schlecht, dass es diesmal mit Schwarzwald statt Alpen eine Nummer kleiner ausfällt. Immerhin wurde zuletzt bei einem (nicht autorisierten) Rückblick auf unsere Heldentaten „Spiel mir das Lied vom Tot“ als Soundtrack gespielt. Aber wer den Schwarzwald kennt, der weiss, dass er auch eine ganz schöne Sch***** sein kann wenn er will....und zumindest teilweise wollte er.

Tag 1: Von Pforzheim nach Bühl/Hundseck
69km, 6:15 h, 2100 hm

Es fing an wie immer…chaotisch. Der ursprünglich geplante Parkplatz: gesperrt. Der Einstieg: Schiebepassage. Der Staudenmeyer: verwirrt, weil zunächst ohne Handy losgefahren und somit nach 29hm schon auf der ersten Strafrunde. Der erste Sturz: kaum 1 Stunde nach Beginn. das erste Opfer: der Hebel für die versenkbare Sattelstützte am Nobel-Liteville des Herrn Klink. Interessanterweise wurde der Verlust des Hebels erst in der nächsten Steilpassage bemerkt, als Jochen ganz lässig erst mittendrin die Sattelstütze absenken wollte und nach dreimaligem Nachfassen laut fluchend wie alle andere auch den Hintern nach hinten schieben musste. Naja zumindest war so für technische Chancengleicheit gesorgt :-).

Nach einigem harmlosen Vorgeplänkel wie der schönen Abfahrt nach Forbach war nach dem Mittagessen der Anstieg zur Badener Höhe mit 700 hm am Stück ein erstes subtiler Hinweis, dass man auch im Mittelgebirge nichts geschenkt bekommt. Nun kann man sich natürlich streiten ob evtl. etwas Training uns allen vielleicht gut getan hätte, aber der Weg bis zum Hundseck war danach eine überdurchschnittliche Quälerei. Umso mehr haben wir es uns natürlich nach der Ankunft bei Weizen und Schnitzel gutgehen lassen, und es wäre sicher ein harmonischer Abend gewesen, wenn Schulzi Herrn Klink nicht noch „Spiel mir das Lied vom Tod“ vorgespielt hätte.



Tag 2: Von Bühl/Hundseck nach Hausach
Die Daten: 69 km, 6:30 h, 1542 hm

Die Strapazen des ersten Tages führten Schulzi in der Nacht die Nachteile seines Beinamens „Die Wade“ dramatisch vor Augen als sich selbige nämlich zweimal mit einem Krampf bei ihm meldeten. Der Tag begann somit gleich mürrisch, was auch nach einem Blick aus dem Fenster gut zum kalten und nebligen Wetter passte. Nach gefühlten 20-maligem Nachbessern des Luftdrucks in Matzes Gabel konnten wir uns dann auch tatsächlich auf den Weg machen. Interessante Erkenntnis 20 km später: eine gelockte Gabel bietet selten viel Komfort (war da nicht schonmal was). Richtig interessant wurde der Tag als die geplante Mittagspause im Gasthof Alexanderschanze wegen „geschlossen seit 15 Jahren“ ausfallen musste (danke Schwarzwaldführer). Nach langem vergeblichem Hoffen (noch die Kurve…noch die Abfahrt…) auf eine andere Einkehrmöglicheit entschieden wir uns schließlich dafür einfach ein paar Müsliriegel in einer Kurve mitten in der Pampa zu essen. Als wir nach der Pause um die nächste Kurve fuhren war dort ein Catering des lokalen 4-Sterne Hotels aufgebaut….ich will jetzt nicht näher darauf eingehen wie viele Personen nötig waren um Jochen davon abzubringen den Koch zu verprügeln. Etwas später konnten wir dann im Harkhof zum Preis von lächerlichen 100 Bonushöhenmetern doch noch eine Suppe essen. Ab da ging es dann auch wegen der traumhaften Trails bis Hausach auch stimmungsmäßig wieder Bergauf. Da konnte die kleine Zecke die Matze sich Abends entfernen musste auch nichts mehr ändern



Tag 3: Von Hausach nach St. Märgen
Die Daten: 52 km, 5:30 h, 1800 hm

Am dritten Tag der Tour soll man ja bekanntlich sein Material schonen. Da tragen wir doch mit Freude unsere Räder erstmal gepflegte 600 hm hinauf zum Farenkopf. Gebracht hats wie so oft nix. Erst zeigt Matzes Vorderradbremse Ausfallerscheinungen, und dann: Skandal! Auch die Bremse am Nobel-Liteville quietscht. Zum Trost gibts dann Mittagessen im Viersternehotel, wir passen zwar weder vom Style noch vom Geruch her in das Lokal, aber die super nette Crew hat sich davon zum Glück nicht abhalten lassen und uns eine Riesenportion Pasta serviert. Alles wieder gut? Bei weitem nicht! Schulzis treuer Windbreaker versagt nach lächerlichen 20 Jahren täglicher Benutzung den Dienst. Das erträgt kein wahrer Schwabe. Da hilf auch die theoretisch schöne Aussicht vom Brendt („keine Zeit…weiter“) noch der Versuch einer ernsthaften Konversation über den richtigen Reifenluftdruck (drölf) was. Erst unsere wirklich hervorragende Unterkunft für den Tag im Gasthaus zum Kreuz bringt die Welt wieder ins Lot. Die tägliche Zecke hatte übrigens an diesem Tag Jochen „Die Wade“ Schulz.



Tag 4: Von St. Märgen zum Notschreipass
Die Daten: 41km, 4:02 h, 1120 hm

Das Frühstück im Gasthaus zum Kreuz bestätigte den guten Eindruck vom Vortag, rundum empfehlenswert. So startet man gerne auf die „Königsetappe“ zum Feldberg. Leider muss man sagen, dass die Nähe zum Feldberg nicht unbedingt der Freundlichkeit zuträglich zu sein scheint. Schon in relativ weiter Entfernung trafen wir auf einen älteren Herren und seinen Möter die auf einem zweieinhalb Meter breiten Weg der Meinung waren, dass wir da 1. Nichts zu suchen haben, 2. unverschämt und 3. Insgesamt unerträglich sind. Zumindest der dritte Punkt beruhte auf Gegenseitigkeit. Der Feldberg war dann zwar voll, aber auch wirklich schön. Da stören dann auch diverse Beschimpfungen nix. Dass man sich allerdings selbst schiebend dumme Sprüche anhören muss war dann doch neu. Naja was solls. Schnell auf nach Titisee…wobei vielleicht lieber nicht ganz so schnell wie Matze den es kurz vor Titisee auf einer Brücke noch ordentlich hinlegt. Zur Beruhigung wurden wir dann in Titisee wieder beschimpft diesmal von einem Gärtner. Ja, ja, die hochtouristischen Ecken im Schwarzwald sind schon wirklich idyllisch. Schön ists ja trotzdem. Erst recht am Hotel am Notschreipass, unserer 4 Sterne Unterkunft für die Nacht. Während unsere Räder sicher in der Garage ruhten gaben wir uns der Saunalandschaft hin….tendenziell mit etwas zu kurzen Bademänteln.



Tag 5: Vom Notschreipass nach Basel
Die Daten: 70km, 6:13 h, 1702 hm

Der letzte Tag der Tour. Nach den Erfahrungen des Vortags starten wir bei bestem Wetter lieber etwas früher und umgehen so die meisten Wanderer. Nach toller Aussicht vom Belchen geht es weiter zum Blauen wo wir es uns bei wieder toller Aussicht und Spaghetti ohne Parmesan nochmal richtig gut gehn lassen. Danach geht es mit einer langen Abfahrt aus dem Schwarzwald hinaus. Danach war erstmal Nachfüllen angesagt. Mangels Gaststätten diesmal in einem Friseursalon. Meister Klink singt während der Wartezeit „Warum bin ich so fröhlich“…da kann man schonmal zweifeln ob es vielleicht doch alles etwas zu anstrengend war. Die letzten Meter nach Basel rollen sich wie von selbst, leider auf der falschen Seite und somit im Fahrverbot für Fahrräder. Naja was solls, nach dem Feldberg ist unser verkehrsrechtliches Karma eh dahin. Interessant wird’s dann mal wieder am Hotel..pardon Hotel/ Restaurant/ Bar/ Kabarett. Da kann man schonmal staunen, speziell wenn der Wirt so aussieht als würde er sich primär für das letzte Metier engagieren. Auch wenn die Zimmer dann doch recht schön sind verweilen wir nicht lange (das Restaurant gibt’s übrigens nicht wirklich). Nach der traditionellen Siegerpizza lassen wir den Abend dann bei Flurryeis und Dosenbier ausklingen….Stil muss man halt einfach haben.



Die Rückreise


Hier noch der direkte Link zu den Flickr Fotoalben falls die eingebetteten Fenster bei euch nicht funktioniert.
Copyright © 2003 Markus Hammori | XHTML 1.0 | CSS 2.1